Pädagogischer Ansatz

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Für wen und wie entwickeln wir Identifikations-Tools und andere Lernmaterialien?

KeyToNature entwickelt zielgerichtete Produkte und Lösungen, die auf bestehenden Identifikations-Tools basieren. Ein Hauptziel des Projektes ist es, Identifikationstools, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe des Projektes zugeschnitten sind, zu erstellen und zu adaptieren (weitere Informationen unter D2.1 Multidimensional need analysis and market report).

Die Tools werden auf Basis der Anforderungen der verschiedenen Projekt-Zielgruppen entwickelt und realisiert. Wie funktioniert das? In der ersten Projekt-Phase wurden eine Reihe existierender Identifikations-Tools potentiellen Nutzern (Lehrern) präsentiert. Nach jeder Präsentation wurden die Lehrer gebeten ihre Eindrücke von dem Tool - Stärken und Schwächen - zu berichten und sich pädagogische Szenarien zu überlegen, in denen die Tools eingesetzt werden könnten. In Übereinstimmung mit den Auskünften der Lehrer wurden erste Anforderungen an die weitere Entwicklung der Tools festgelegt. In der aktuellen Phase des Projektes wird dieser Verbesserungsprozess noch detaillierter fortgesetzt. Nun werden die Tools - mit ersten Verbesserungen entsprechend den Ergebnissen des vorangegangenen Evaluationsprozesses - unter realen Lehrbedingungen getestet und die Lehrer geben ausführliches Feedback über das Tool und dessen Einsatz in Schulen, Universitäten oder sonstigen pädagogischen Institutionen, wie z.B. botanischen Gärten oder Museen. Diese Rückmeldungen werden wieder zur Umstrukturierung der Identifikations-Tools genutzt. Der Prozess des Testens, Feedback Gebens und Umstrukturierens soll sich durch die gesamte Projektlaufzeit ziehen.

Zusätzlich sollen die KeyToNature Tools entsprechend allgemeingültigen pädagogischen Zielen, Anforderungen und Usability-Aspekten entwickelt werden, die auf die Ansprüche der Zielgruppe abgestimmt sind. Diese Anforderungen müssen zuerst ermittelt werden. Im vorliegenden Fall muss herausgefunden werden, was das Tool eigentlich ist und welche Anforderungen sich z.B. bei der Nutzung und dem Umgang mit dem Tool, stellen. Auch die Stärken und Schwächen, sowie mögliche Verbesserungen und Neuentwicklungen müssen erkundet werden.

Es ist notwendig herauszustellen, dass die KeyToNature Tools entwickelt wurden um die Bedürfnisse von drei Hauptzielgruppen, die getrennt analysiert werden müssen, zu erfüllen.

Grundschulkinder

Im Bereich der Grundschulen müssen die K2N Tools hohen Anforderungen bezüglich Pädagogik und Usability genügen. Über die Identifikation von Arten hinaus, sind die Tools dazu entwickelt allgemeine pädagogische Ziele zu unterstützen, wie beispielsweise:

  • Verbesserung der Kognition.
  • Entwicklung von Problemlösefähigkeiten.
  • Entwicklung von Teamarbeits-Fähigkeiten.
  • Verbesserung des Wissens über die Artenvielfalt.
  • Verbesserung der sozialen Fertigkeiten.
  • Stärkung des Selbstwertes und Aktivierung von Emotionen.
  • Befriedigung der enormen Neugier von Kindern.

Die KeyToNature Schlüssel für Grundschulkinder können wie folgt charakterisiert werden:

  • Sie haben einen geringen Umfang, das heißt, sie beinhalten nur eine kleine Anzahl zu identifizierender Arten.
  • Sie enthalten keine Fachausdrücke, d.h. die Sprache und enthaltenen Informationen sind an das Alter der Kinder angepasst und stellen keine zu hohe Anforderung dar.
  • Sie beinhalten so viele Bilder wie möglich.

Aus der Usability-Perspektive sollten die Tools so einfach wie möglich gestaltet sein, um auch jüngeren Kindern eine problemlose Nutzung zu ermöglichen (z.B. Einfachwahl-Menüs). Die Navigation, das Aussehen und die Griffigkeit sollen anziehend auf die Altersgruppe wirken. Auf verschiedenste Aktivitäten wird positives Feedback gegeben (auch auf Fehler). Die meisten Tools besitzen bereits heute eine Hilfe-Funktion.

  • Beispiele für Tools für die Grundschulausbildung
  • Beispiele pädagogischer Szenarien
  • Lesen Sie hier Erfahrungen aus dem Feld

Sekundarschüler

Für die Zielgruppe der Sekundarschüler sind die allgemeinen pädagogischen Anforderungen ähnlich den oben beschriebenen für Grundschulkinder, aber die pädagogischen Ziele sind unterschiedlich. Die Aneignung von Wissen im Bereich der Artenvielfalt tritt in den Vordergrund. Ein größerer Fokus liegt auf dem Identifikationsprozess; Wissen über Identifikationsprozesse und -prozeduren, sowie über die Taxonomie der Arten, die biologische Bezeichnung, die Sozialisation, die Gewohnheiten, usw. wird im Lernprozess zunehmend wichtiger. Deswegen liefern Tools, die für Sekundarschüler entwickelt wurden, detailliertere und komplexere Informationen und unterstützen die Kinder dabei diese zu entdecken.

Auch die Usability-Aspekte müssen an den Bedürfnissen der Zielgruppe ausgerichtet sein. Aussehen und Griffigkeit, Navigation, Feedback, Sprache usw. sollten die Bedürfnisse und Vorlieben von Teenagern treffen. Motivation ist ebenso ein äußerst wichtiger Aspekt; vor allem junge Teenager sind schwer dazu zu motivieren, Organismen zu identifizieren. Elektronische Identifikationstools können hier ein guter Weg sein, die Motivation in der Generation der "digital natives" (mit digitaler Technologie aufgewachsene Generation) zu erhöhen.

  • Beispiele für Tools für die Sekundarschulausbildung
  • Beispiele pädagogischer Szenarien
  • Lesen Sie hier Erfahrungen aus dem Feld

Hochschulausbildung und Forschungsgemeinschaften

Im Rahmen von Hochschulseminaren und Forschungsarbeit, müssen die Identifikationstools mehr und mehr den Bedürfnisse dieser wissenschaftlichen Gemeinschaften gerecht werden. Die Menge an Arten und zusätzlicher Information in den Datenbanken der Tools sollte umfangreich und für ein festgelegtes Gebiet oder eine bestimmte Gattung erschöpfend sein. Ein komplexer, fehlerfreier und fachspezifischer Identifikationsprozess, z.B. durch die Anwendung von Multiple-Kriterien-Tools und die Verwendung von Fachsprache, wird von den Universtitäten gefordert. Im universitären Kontext werden die Tools mehr zur Identifikation, denn zur Unterstützung pädagogischer Aktivitäten genutzt. In diesem Sinne wurden die K2N-Tools dazu entwickelt Effektivität und Qualität in der Lehre zu fördern, die Kenntnisse über Identifikationsprozesse und -techniken zu verbessern, den Wissensstand über Taxonomie zu vertiefen, das Interesse an Artenvielfalt zu erhöhen, die Arbeit im Feld mit elektronischen Identifikationstools für den mobilen Einsatz zu unterstützen und den Wissenstransfer in der biologischen Gemeinschaft voran zu bringen. Allgemeine Usability-Grundsätze der Mensch-Computer-Interaktion wurden bei der Entwicklung der Tools beachtet.

  • Beispiele für Tools für Hochschulausbildung und Forschungsgemeinschaften
  • Beispiele pädagogischer Szenarien
  • Lesen Sie hier Erfahrungen aus dem Feld

Welchen pädagogischen Ansatz unterstützt KeyToNature?

Die K2N Produkte und Schlüssel haben kein inhärentes pädagogisches Modell. Sie sind zuerst Informations-, Konsultations- und Identifikations-Tools, die in alle denkbaren Lehraktivitäten eingebunden werden können. Aber wenn wir die Identifikations-Konzepte genauer betrachten, kommen wir schnell zu dem Schluss, dass die KeyToNature Produkte am ehesten "Open and Active Learning Activities" (Offenes und aktives Lernen) unterstützen. Das Konzept "aktives Lernen" umfasst Vorstellungen des Wissenserwerbs (z.B. "Konstruktivismus", siehe Box unten) und die Bedeutung der sozialen Dimension (z.B. "gemeinschaftliches Lernen", siehe Box unten). Des Weiteren können problem-basierte Lernansätze mit einer soliden Verknüpfung zu aktivem Lernen und mit Hilfe von Identifikationsschlüsseln außerordentlich gut für die Lehre der Artenvielfalt genutzt werden.

Warum ist die Identifikation von Organismen eine einzigartige Möglichkeit um aktives, problem-basiertes Lernen und in manchen Fällen gemeinschaftliches Lernen zu fördern? Identifikation ist eine aktive, erforschende Aktivität. Schüler werden dazu ermutigt Naturgesetze selbst zu entdecken und sich zu weniger passiven Lernern zu entwickeln. Die Identifikation von Organismen bietet eine Lernsituation, in der offene, aktive und in manchen Fällen gemeinschaftliche Lernansätze unterstützt werden. Schülergruppen können einen bestimmten Identifikationsansatz konzipieren, bei der Identifikation spezieller Einzelwesen zusammenarbeiten, Hypothesen und Ergebnisse diskutieren und überarbeiten, sowie ihre Ergebnisse anderen vorstellen.

Handbuch:Definitionen

Warum ist die Identifikation von Organismen im Feld aus pädagogischer Sicht so bedeutend?

Die Identifikation von Organismen im Feld stellt eine einzigartige Zusammenstellung von Anforderungen visuellen Lernens, visuellen Denkens und visueller Kommunikation dar. Die Fähigkeit, ihr bildliches Wissen und dessen Bedeutung für das Denken und Kommunizieren zu erkennen, ist für Schulkinder überaus wichtig. Die Identifikation erlaubt es den Schülern ihre wichtigen visuellen Fähigkeiten zu trainieren und visuelle Ansätze des Problemlösens im Bereich der Identifikation von Organismen zu erkunden. Visuelles Lernen kann als "Erwerb und Konstruktion von Wissen als Ergebnis von Interaktionen mit visuellen Phänomenen" definiert werden (Seels, 1994 P. 107 in STANLEY, S. 13).